Autogenes Training

Autogenes Training (AT) für Kinder und Jugendliche

Im Alltag von Kindern und Heranwachsenden gibt es vielfältige Ablenkungen und häufig überfordernde Reizangebote. Vor diesem Hintergrund fördert AT den gesunden, eigenverantwortlichen und selbst gesteuerten Umgang mit auftretenden Spannungen, die Ausdruck von Überforderungen und damit einhergehender Probleme sind. Ganz nebenbei können Kinder durch AT auch lernen, sich bewusst im Wohlgefühl der Ruhe und des „entspannten Nichts-Tuns“ zu erleben. Diese Erfahrung kann Kindern helfen, Nischen der Ruhe für sich zu entdecken und auszubauen. Dabei lässt sich AT für Kinder als „im Selbst entstehende Entspannung“ definieren. Mittels gelenkter Aufmerksamkeit (z.B. durch Phantasiegeschichten) entdecken Kinder zunächst, wie angenehme bildhafte Vorstellungen eine körperlich-seelische Entspannungsreaktion anregen. Dies wird durch die reichhaltige kindliche Fantasie unterstützt. Durch wiederholtes Üben nimmt die Fähigkeit zur Selbstbeeinflussung immer mehr zu und wirkt steuernd auf die Erregung des vegetativen Nervensystems ein. In der Wechselwirkung zwischen gedanklichen Vorstellungen und den Veränderungen im Organismus kann sich schließlich die Wahrnehmung für die ganzheitliche Entspannung ausbilden.

Anwendungsgebiete & Wirkungsweise

Im Kindesalter und später für Heranwachsende ist eine systematisch erlernte und damit abrufbare Entspannung von Körper und Geist nützlich, um eine gesunde Entwicklung in einem stark durch Leistungsorientierung geprägten Alltag zu fördern und um eine ganzheitliche Gesundheit zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Ruhe und Entspannung durch AT gezielt oder „zweckfrei“ zu erleben, fördert allgemein die Gesunderhaltung, den Selbstwert und die Lebensfreude. Es unterstützt das Gefühl, das eigene Leben selbstbestimmt und zufrieden gestalten zu können, wirkt Ängsten entgegen und stärkt die Abwehrkräfte des Körpers. AT hilft deshalb nachgewiesener Maßen auch Situationen mit hoher Stressbelastung und auftretende Probleme besser zu meistern. Stressbelastungen, bei denen AT zum Einsatz kommen kann, sind:

- Unmittelbar dann, wenn ein als belastend empfundenes Ereignis auftritt (Streit im Elternhaus, in der Gruppe der Gleichaltrigen oder in der Schule; Anstrengungen, die vom Kind als überfordernd erfahren werden)

- wenn schon im Vorfeld Stressreaktionen durch Gedanken und Empfindungen hervorgerufen werden (z.B. Erwartung einer Überforderung, die dem eigentlichen Ereignis vorausgeht wie etwa einer Klassenarbeit o.ä. nicht gewachsen zu sein)

- nachdem ein belastendes Ereignis erlebt wurde (Unglücke, Trennungen, vom Kind als Verletzung erlebte Begebenheiten)

Ebenso ist AT als begleitende Behandlungsmethode bei körperlichen und/oder psychisch bedingten Störungen bzw. Krankheiten wirksam (z.B. Verhaltensauffälligkeiten, psychosomatische Beschwerden und chronische Erkrankungen).